Pressemitteilung, 25. März 2020 Pressemitteilung der LAG Antidiskriminierungsberatung Baden Württemberg: Krisen verschärfen Ungleichheiten

Alltäglich erleben wir in unserer Arbeit, dass viele unserer Mitmenschen unabhängig vom Covid-19-Virus, Diskriminierung erleben müssen: bei der Arbeit, in der Schule, in der Freizeit, zu Hause, durch Medienberichte oder im Umgang mit Behörden.

Wir befürchten nun, dass schutzbedürftige oder marginalisierte Menschen durch allgemeingültige Maßnahmen auf der Strecke bleiben bzw. dass sich Maßnahmen auf sie besonders negativ auswirken. Um dies zu verhindern, muss aktiv geprüft werden, wie einer Verschärfung von Ungleichheit entgegengewirkt werden kann.

Lesen Sie hier die Pressemitteilung der LAG Antidiskriminierungsberatung: Krisen verschärfen Ungleichheiten vom 25. März 2020

Pressemitteilung, 26. März 2020 Pressemitteilung des Antidiskriminierungsverbands Deutschland (advd): Eine Antidiskriminierungsperspektive ist in Zeiten der Krise unabdingbar

Krisenpolitik ist diskriminierungssensibel zu gestalten
Während der Corona Pandemie ist eine antidiskriminierungspolitische Perspektive unerlässlich. Verschiedene Organisationen und Initiativen zeigen mit Nachdruck auf, wie Diskriminierungen sich in der Krise verstärken und zum Teil neu entstehen: Ältere und gesundheitlich vorbelastete Menschen tragen bei Infektion das höchste Risiko. Gleichzeitig spielen Machtverhältnisse wie Rassismus, Behinderung, Sexismus oder sozialer Status in die Krise hinein und verstärken bestehende Ungleichheiten.

Lesen Sie hier die Pressemitteilung des advd: Eine
Antidiskriminierungsperspektive ist in Zeiten der Krise unabdingbar
vom 26. März 2020.

Stellungnahme des antidiskriminierungsbüros mannheim e.V., 7. März 2020 Zum Umgang mit der Sarotti-Werbung im Capitol

Das adb unterstützt die Aussage von Tahir Della, Sprecher der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland, und schließt sich ihr an:
„Aus unserer Sicht ist ein Beibehalten einer so belastenden Figur wie der Sarotti M* kein geeignetes Mittel, sich mit rassistischen Bildern und Vorstellungen auseinanderzusetzen.“

Wir verweisen auf unsere Stellungnahme vom 4.3.2019 und auf die Tatsache, dass wir heute immer noch dieselbe Position vertreten.

Die Diskussionen um die Sarotti-Werbung verdeutlichen, dass bis heute in der Gesellschaft zu wenig Verständnis über strukturellen Rassismus vorhanden ist. Wir alle müssen anerkennen, dass 500 Jahre Sklaverei und danach Kolonialisierung, einhergehend mit Kolonialrassismus, unsere Gesellschaft tiefgreifend beeinflusst haben. Mechanismen sind in allen gesellschaftlichen Bereichen tief verankert. Oft werden rassistische Ausdrucksweisen oder Symbole unreflektiert und unkritisch übernommen. Auch durch Personen, die sich selbst gegen Rassismus und Rechtsextremismus positionieren oder selbst Angehörige von marginalisierten Gruppen sind. Hingewiesen sei in diesem Zusammenhang darauf, dass gut gemeinte Aktionen oder in guter Absicht geäußerte Meinungen durchaus rassistisch sein können. Bei rassistischem Handeln spielt nicht die Intention eine Rolle, sondern die Wirkung auf Betroffene. Die Anerkennung dieser Tatsache ist die Voraussetzung für den Weg zu einer Aufdeckung und Aufarbeitung unserer blinden Flecken. Es besteht ein großer Bedarf an Aufklärungs- und Sensibilisierungsarbeit. Wir können keine rassismusfreie Gesellschaft werden, ohne davor eine rassismuskritische Gesellschaft zu sein.